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Donnerstag, 21. März 2013

Tändstickor

Heute bin ich mit dem Rad vom Hauptbahnhof nach Hause gefahren. Nachdem ich das Schloss 927 mal verflucht hatte, nachdem es eingefroren war zündete ich mir eine Kippe an, nahm eine Zug und schmiss das brennende Stück Scheiße in den Gulli unter meinen Füßen. Die Wege voller Schnee. Es ist Ende März und der Schnee türmt sich. Wenn ich eine wundervolle Familie hätte, würde ich vermutlich dieses Jahr die Ostereier im Schnee ausbuddeln müssen. Hab aber keine wundervolle Familie. Glück gehabt. Ich schwing mich auf den Sattel und radel los um 40 Sekunden später wegen einer roten Ampel wieder anzuhalten. Wenn die Kindergartengruppe von 15 kleinen Rotznasen mit Pudelmützen und SIGG Getränkeflaschen in den kleinen Patschehändchen nicht auf der gegenüberliegegenden Straßenseite stehen würde, wäre ich einfach weiter geradelt. Ich bin ein alter Verkehrsrowdie, denke ich mir und setze meinen Weg fort als es grün wird. Mit gemächlichen 0,00002 km/h brettere ich über Eis und Schnee. Von links bahnt sich eine andere Radfahrerin den Weg auf den Radweg. Auf meinen Radweg. ICH will hier fahren schrägstrich schlittern. Nun denn, die Mistfotze mit okerfarbender Multifunktionshose drängelt sich vor mich. Sie fährt noch langsamer als ich. Na Bravo. Und ich kann nicht mal überholen. Die Dame räuspert sich. Dann hustet sie. Dann 20 Sekunden später räuspert sie sich erneut. Dann räuspert sie sich extra laut und mit viel Schleim im Hals. Ich weiß nicht so genau ob sie ihn runterschluckte. Sie spuckte ihn jedenfalls nicht aus. Das hätte ich gesehen denn ich fuhr so dicht auf, dass ich ihr ohne Probleme meinem bepackten Jutebeutel auf den Rücken  ballern könnten. Vielleicht hätte ihr das ganz gut getan. Sie räuspert sich schon wieder. Ich denke, dass sie sicher gleich stirbt und zur Seite kippt und das ich dann auch sterben muss, weil ich ja diiiiiirekt hinter ihr fahre. Bei 0,00001 km/h soll das ja schon mal vorgekommen sein. Zum Glück biegt sie an der nächsten Ecke ab. Ich wünschte ihr den Tod als Form der Erlösung und fahr heim.

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